Beschleunigte Kunst 5/5 - IAAFünf Sattelschlepper werden zum Gesamtkunstwerk.

München, 17. Juli 2006 - Im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung „Offene Ateliers & Werkstätten“ in München-Johanneskirchen stellt der Münchner Künstler HC Ohl erstmals sein spektakuläres Werk „Beschleunigte Kunst 5/5“ vor, das sich in seiner endgültigen Form auf fünf Lkw mit einer Gesamtlänge von rund 70 Metern erstrecken wird. Die Ausstellung, an der sich neben HC Ohl 25 weitere Künstler beteiligen, findet vom 20. bis 23. Juli 2006 in den Ateliers der „Alten Wiedefabrik“ in der Rambaldistraße 27 statt.

Für HC Ohl ist die kommende Ausstellung eine wichtige Vorstufe des Gesamtprojekts, das im September zusätzliche Dynamik gewinnen wird. Dann nämlich, wenn fünf reale Trailer hintereinander aufgereiht das Gesamtbild im Maßstab 1:1 zeigen. Ort dieser einzigartigen Präsentation wird die internationale Nutzfahrzeugmesse IAA sein, die vom 21. bis 28. September in Hannover stattfindet.

Die Idee zu dem Werk „Beschleunigte Kunst 5/5“ erarbeitete HC Ohl gemeinsam mit dem Münchner Bild- und Textjournalisten Marcus Walter. Als Sponsor für das Projekt gewann Walter die Firma PEMA, eine der größten Nutzfahrzeugvermietungen in Europa. PEMA stellt für die gesamte Dauer der Aktion die Fahrzeuge zur Verfügung und übernimmt die Produktionskosten der digital bedruckten Spezialplanen, die über die Außenhaut der Fahrzeuge gezogen werden.

Die Motive der fünf Lkw-Planen haben das zentrale Thema „Mensch und Natur“. „Durch sein Handeln hat der Mensch das Gesicht der Welt nachhaltig verändert. Seine Spuren finden sich - schwach oder deutlich - in jeder Landschaft und auf jedem Kontinent“, so HC Ohl. Angetrieben durch elementare Bedürfnisse, auf der Suche nach Sicherheit oder beseelt vom Wunsch nach Wohlstand habe der Mensch die Erde verwandelt. Er produziert, handelt und erbringt Dienste - und das in zunehmender gegenseitiger Abhängigkeit. Dafür sorgen eng geknüpfte Infrastrukturen sowie weltweite politische, ökonomische und ökologische Herausforderungen, die jeden Menschen berühren.

Die Installation von HC Ohl arbeitet diese Beziehungen deutlich heraus. Das Gesamtbild zeigt auf einer Länge von 68,5 Metern verfremdete Fotografien von Menschen und Landschaften aus verschiedenen Teilen der Erde. Im Vordergrund steht dabei die Natur, die HC Ohl durch Wischeffekte dynamisiert. In einer zweiten, darunter liegenden Schicht steht der handelnde Mensch. Diese Ebene wird sichtbar durch eine schmale Spur, „die wie mit einem virtuellen Finger hineingezeichnet wird“, beschreibt HC Ohl.

In seiner beeindruckenden Gesamtansicht wirkt das Werk wie ein Film, der alle am Produktionsprozess beteiligten Menschen interkontinental miteinander vereint - quasi als Metapher der gegenseitigen Abhängigkeit aller Individuen unserer globalisierten Wirtschaft. Beim Betrachten des Bildes wandert das Auge über Landschaften aus verschiedenen Regionen der Welt, ausgehend vom hochindustrialisierten Westen über die so genannten Schwellenländer bis zur dritten Welt.

Die Montage des Kunstwerks auf fünf beweglichen Objekten - so genannte Lkw-Trailer - reisst die zusammengehörige Komposition auseinander und trennt Dinge, die zueinander gehören. Der Sponsor PEMA übernimmt damit eine wesentliche künstlerische Funktion, indem er die fünf Fahrzeuge in die Hände unabhängiger Transportunternehmer mit unterschiedlichen Zielen vermietet.

Dadurch werden auch deutsche und europäische Straßen zum Bestandteil des Projektes und zu dynamische Kunsträumen. Zum offiziellen Start des Projektes werden alle fünf Trucks an einem Ort zusammenfinden. Nur auf der IAA ist das Gesamtwerk zu sehen - in den rund zwölf Wochen nach der Messe werden die Trailer auf getrennten Wegen fahren.

Die linken Seiten der Auflieger sind flächendeckend mit dem jeweilligen Teil des Gesamtwerkes bedruckt. Eine Beschriftung am Heck der Fahrzeuge beschreibt das Projekt. Die rechte Seite der Trucks zeigt das Gesamtbild in einer Verkleinerung. Während der Kunststaustellung in der Wiede-Fabrik wird ein Modell des Kunstwerks einen umfassenden Eindruck von „Beschleunigte Kunst 5/5“ vermitteln.

Am Ende der Projektdauer werden die Planen zerschnitten und zu Taschen weiterverarbeitet. In dieser Weiterverwendung liegt ein weiterer durchdachter Reiz der Aktion: Denn in Form praktischer und robuster Taschen, die wie Lkw als Transportbehälter dienen, wird der Zusammenhang der ehemaligen Planen zu dem einmaligen Gesamtwerk konserviert.

Presseinformation von Marcus Walter