Münchner Feuilleton
Januar 2013 / Doppelseite S. 16

HC Ohl
Beschleunigte Stadt

08-30-01 Beschleunigte Stadt
beschl-10-50-01 Beschleunigte Stadt | Hochhäuser, Supermarktregale, Speckschwarte, Bahnhof und Flugzeug | H 60 x B220 cm | Fine Art Print, Dibond, 2012 | ©HC Ohl

HC Qhl, geboren 1959, studierte nach seiner Ausbildung zum Steinbildhauer an der Akademie der Bildenden Künste in München und machte sich bald einen Namen mit seinen Installationen und Skulpturen. Im Jahr 2000 präsentierte er zum ersten Mal eine Ausstellung unter dem Titel »Beschleunigtes Gras«. Seitdem ist die Beschleunigung, in der Wahrnehmung ebenso wie in der Abbildung, sein Dauerthema.

HC Ohls Bilderserien haben seltsame Namen: Unter dem Übertitel „Beschleunigte Kunst“ heißen seine Reihen »Beschleunigte Landschaften«, »Beschleunigtes Hirn«, »Beschleunigtes Paradies« oder gar »Beschleunigter Speck«. Sein Ausgangsmaterial sind Fotografien, die er digital weiterbearbeitet, übereinander legt, mit anderen Materialien, wie beispielsweise Speckschwarten, überlappt und so scheinbar mehrdimensionale Wirkungen erzielt. Da entdeckt man eine S-Bahn vor einer unendlichen Hausfassade, Supermarktregale, ein Flugzeug, Passanten, gequetscht und entzerrt, aufgelöst in reine Farbflächen, dann wieder komprimiert zur figürlichen Darstellung. »Die Fotografie einer Landschaft oder eines Stückes Natur“ ist in gewisser Weise ein Schatten der Realität. Fährt man beispielsweise mit dem Auto durch die Landschaft, kann man beobachten, wie das beschleunigte Auge zum Horizont hingezogen wird und somit Naheliegendes und Details nicht mehr erkennen kann. Das Naheliegende und die Details können erst wieder im Innehalten erkannt werden«, sagt HC Ohl.

HC Ohl lebt und arbeitet in München.

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